Ausgehend von den Bedarfen vor Ort thematisiert, bespielt und inszeniert Stadtteilkultur das Quartier und schafft so Nachbarschaft. Stadtteilkultur weckt Interesse für die nähere Umgebung, bezieht die Bewohner ein und macht den Stadtteil zum Objekt des eigenen Engagements und der eigenen Kreativität. Sie stärkt dadurch die Identifikation mit dem Stadtteil, erhöht die Lebensqualität im Quartier und beteiligt die Bewohner aktiv an der Entwicklung ihres Stadtteils. Stadtteilkultur bietet und gestaltet Freiräume für das Selbermachen und Aktivwerden, für Begegnung und Austausch. Mit der historischen Auseinandersetzung vor Ort stärkt sie das Geschichtsbewußtsein und arbeitet an einer neuen Erinnerungskultur.

Beispiele aus der Stadtteilkultur-Praxis

Was Lokale Kultur in der Stadtteilkultur bedeutet und bedeuten kann, wollen wir an drei Projektbeispielen verdeutlichen: partizipative Theaterprojekte auf St. Pauli, die Schaffung von Freiräumen in Ottensen und lokale Erinnerungskultur in Wilhelmsburg.

GWA St. Pauli: Stadtteiltheater auf St. Pauli

GWA-St-Pauli

FunParkFiction 2012, Foto: Christina Wedekind

Seit 14 Jahren realisiert die GWA St.Pauli Stadtteiltheaterprojekte im öffentlichen Raum. Das Publikum wird an ausgesuchte Plätze zwischen Elbe und Reeperbahn geführt und erlebt Geschichten einer besonderen Art über Menschen und Orte St. Paulis. Jede und jeder kann mitmachen und sich unter professioneller Anleitung mit kreativen Prozessen, den Denkweisen darstellender Künste und dem eigenen Stadtteil auseinandersetzen.
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Die MOTTE: Freiräume für Hühner, Pflanzen und Menschen

Der Nachbarschaftsgarten an der MOTTE, Foto: Ulrich Gerlach

Der Nachbarschaftsgarten an der MOTTE, Foto: Ulrich Gerlach

Die Hühner haben Großes getan: Friedlich besetzten sie die Fläche neben der MOTTE. Über 29 Jahre verteidigen sie ihren Freiraum, picken munter, kippen Baupläne und erfreuen kleine und große Nachbarn mit ihrem entspannten Beispiel von zivilem Ungehorsam für eine lebenswertere Nachbarschaft.
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Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen: Entdeckungen am Kanal

Schiebenhöfergemälde des Veringkanals von 1909, Foto: Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen

Schiebenhöfergemälde des Veringkanals von 1909, Foto: Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen

Seit 2007 entstanden im Rahmen eines kommunalen Erinnerungsprojektes der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen dokumentarische Wandbilder, die die verschwindenden Spuren der Industrialisierung, Stadtentwicklung und Migration in Wilhelmburg sichtbar machen. Der Wandlungsprozess am Kanal wird für Bewohner und Besucher erfahrbar – von den rauchenden Schloten des Industriezeitalters bis in die Gegenwart.
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